Klopf, klopf: Ich bin's dein Schuldgefühl während der Migräne
- Simone Bungarz

- 30. März 2023
- 2 Min. Lesezeit
Wie du mit deinen Schuldgefühlen während der Migräne umgehen kannst

Jedes mal zur Migräne kommen die neuen Schuldgefühle
Als ob es nicht bereits genug wäre, dass man wieder einmal mit einer Migräneattacke zu kämpfen hat, setzt sich der kleine Teufel leise auf meine Schulter und beginnt zu wispern: „Wieder einige Tage im Monat, an denen du nicht zu 100 % für deine Familie da sein kannst. Jetzt musst du deinen Mann erneut bitte, die Kleine direkt nach der Arbeit zu bespaßen, damit du eine Auszeit bekommst.“
So wispert die kleine Stimme in meinem Ohr kontinuierlich weiter Anschuldigungen in mein Ohr und ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass sie doch einfach schweigen würde. Doch sie tut es nicht, wieder einmal.
Denn irgendwie hat sie ja auch recht und kommt zudem aus dem tiefsten Inneren meines Herzens. Ja, ich kann wieder nicht ausgelassen mit meiner Familie zusammen sein und vielleicht werden wir auch anstehende gemeinsame Verabredungen absagen müssen, oder mein Mann wird nicht zum Sport gehen können, weil ich es mit Migräne nicht schaffe unsere kleine Tochter ins Bett zu bringen.
Funktionieren bis zum Feierabend
Tagsüber schaffe ich es meist mit Migräne noch recht gut zu funktionieren. Ich schaffe es unsere Tochter morgens fertig für die Tagesmama zu machen, ich schaffe es sie nach der Arbeit abzuholen und auch die Betreuung am Nachmittag bis mein Mann nach Hause kommt, bekomme ich meist noch irgendwie hin, doch dann kommt die Erschöpfung und zum Feierabend oder Wochenende liege ich dann auf der Couch und hoffe einfach, dass die Migräne vorbeigeht und ich wieder einige Zeit Ruhe habe.
Eine Situation, mit der ich sicherlich nicht alleine bin und die viele Mütter an ihre Grenzen bringt.
Müssen die Schuldgefühle wirklich sein?
Fühlst du dich auch manchmal einfach nur schlecht, weil du erneut das schwächste Glied in der Kette bist und deine Familie auf dich verzichten muss?
Ich habe sehr lange mit den eigenen Schuldgefühlen kämpfen müssen und es hat viel Arbeit mit und an mir erfordert, dass ich mich zusätzlich zur Migräne durch die Schuldgefühle nicht noch schlechter gefühlt habe.
Heute fällt es mir meist leichter, mit der Situation umzugehen. Ich mache mir bewusst, dass ich die Migräne nicht steuern kann und auch nicht absichtlich bekomme. Dass es in Ordnung ist, wenn mein Mann mit unserer Tochter alleine Ausflüge unternimmt und ich derweil im Bett liege und mich ausruhe, dass ich trotzdem eine gute Mama bin, auch wenn ich nicht an allen Tagen gleich gut funktioniere.
Nimm dir in anderen Momenten bewusst Zeit für die Familie
Dafür nehme ich mir an den restlichen Tagen bewusster Zeit für unser Familienleben und versuche an anderen Tagen meinem Mann den Rücken freizuhalten, dass auch er seinen Freiraum im Familienalltag bekommt.
Seitdem ich mich von meinem eigenen inneren Druck immer funktionieren zu müssen gelöst habe, komme ich auch während der Migräne besser zur Ruhe und kann mich alleine auf meine Migräne konzentrieren.
Und seine wir mal ehrlich, mein Mann und meine Tochter haben in meinen Migränemomenten auf dem Spielplatz alleine sicherlich mehr Spaß, als wenn eine migränegeplagte Mama wie ein Häufchen Elend neben Ihnen auf der Schaukel sitzt und versucht irgendwie dabei zu sein.
Arbeitest du noch an deinen Schuldgefühlen oder bist du bereits dabei dich von Ihnen zu lösen?



Kommentare