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„Mama hat Migräne - aber bitte nicht jetzt: Warum Mütter mit Migräne nicht ständig funktionieren können“

vor 2 Tagen
5 Min. Lesezeit
Mütter mit Migräne

Mama hat Migräne. Aber bitte nicht jetzt.


Nicht heute, wo der Kindergarten früher schließt. Nicht an dem Nachmittag, an dem dein Kind unbedingt noch auf den Spielplatz möchte. Nicht am Wochenende, für das ihr schon seit Wochen einen Familienausflug geplant habt. Und am besten natürlich auch nicht dann, wenn dein Partner gerade selbst keine Zeit hat und du genau weißt, dass dein Ausfall wieder bedeutet, dass jemand anderes einspringen muss.


Vielleicht kennst du diesen Gedanken. Du spürst schon, dass sich eine Migräne ankündigt, und trotzdem versuchst du zunächst, den Tag irgendwie weiterlaufen zu lassen. Schließlich gibt es Dinge, die erledigt werden müssen, und Menschen, die dich brauchen. Also machst du weiter, obwohl du eigentlich längst weißt, dass dein Körper gerade etwas anderes von dir verlangt.

Genau darin liegt für viele Mütter mit Migräne eine der größten Herausforderungen: Die Migräne kommt nicht dann, wenn sie in den Alltag passt. Sie kommt mitten hinein.




Wenn der Alltag einfach weiterläuft


Als Mama kannst du deine Migräne nicht einfach isoliert betrachten. Sie betrifft nicht nur deinen Kopf, deinen Körper oder den Moment, in dem die Schmerzen beginnen. Sie trifft auf einen Alltag, in dem andere Menschen auf dich angewiesen sind.


Vielleicht musst du dein Kind abholen, obwohl du am liebsten im abgedunkelten Schlafzimmer liegen würdest. Vielleicht steht noch das Abendessen an, obwohl du kaum noch Reize erträgst. Vielleicht möchtest du dich zurückziehen, hast aber gleichzeitig ein schlechtes Gewissen, weil dein Kind deine Nähe sucht.

Und selbst wenn dein Umfeld dich unterstützt, bleibt manchmal dieses Gefühl, dass du gerade nicht funktionieren kannst, obwohl du doch eigentlich funktionieren müsstest.


Gerade als Mutter ist dieser innere Druck nicht zu unterschätzen. Denn wir gewöhnen uns schnell daran, dass unsere eigenen Bedürfnisse erst dann an der Reihe sind, wenn alle anderen versorgt sind. Bei Migräne wird dieses Muster besonders deutlich, weil dein Körper dir irgendwann sehr unmissverständlich zeigt, dass du deine Grenze bereits überschritten hast.


Das Problem ist dann nicht nur die Migräne selbst. Es sind auch die Gedanken, die damit verbunden sind: Ich kann jetzt nicht ausfallen. Wer kümmert sich um mein Kind? Was bleibt alles liegen? Was denkt mein Partner? Und wie soll ich das später wieder aufholen?




Du bist nicht weniger gute Mutter, weil du nicht immer funktionieren kannst


Ich glaube, dass gerade hier ein wichtiger Perspektivwechsel stattfinden darf.

Eine Migräneattacke bedeutet nicht, dass du dein Kind weniger liebst. Sie bedeutet nicht, dass du eine unzuverlässige Mutter bist. Und sie sagt auch nichts darüber aus, wie sehr du dich um deine Familie kümmerst.


Du kannst eine liebevolle, zugewandte Mutter sein und gleichzeitig Tage haben, an denen du dich zurückziehen musst. Du kannst dankbar für deine Familie sein und trotzdem traurig darüber, dass Migräne dir manchmal genau die Momente nimmt, die du gerne mit deinem Kind erleben würdest.

Beides darf gleichzeitig wahr sein.


Und vielleicht ist genau das etwas, das viele Mütter mit Migräne erst wieder lernen müssen: Nicht jede Einschränkung muss überwunden werden. Manche Grenzen dürfen einfach existieren.


Denn wenn du immer wieder versuchst, die Migräne zu übergehen, nur weil gerade kein guter Zeitpunkt dafür ist, entsteht schnell ein Alltag, in dem du dich selbst permanent überforderst. Du versuchst nicht nur, Mutter zu sein, sondern gleichzeitig auch noch die Migräne möglichst unsichtbar zu machen.




Die Frage ist deshalb nicht nur: „Wie halte ich das aus?“


Wenn wir über Migräne sprechen, geht es häufig darum, was man gegen die Beschwerden tun kann. Für mich als mentale Begleiterin von Frauen mit Migräne ist aber eine andere Frage mindestens genauso wichtig: Wie möchtest du mit deiner Migräne leben, wenn du gleichzeitig Verantwortung für eine Familie trägst?


Denn diese Frage beginnt lange bevor die nächste Migräneattacke da ist.

Wie möchtest du mit deinem Partner darüber sprechen, wenn du merkst, dass es dir nicht gut geht? Welche Unterstützung brauchst du tatsächlich, und welche Erwartungen an dich selbst möchtest du vielleicht hinterfragen? Was darf an einem Migränetag liegen bleiben, ohne dass du dich dafür schuldig fühlst? Und wie kann dein Familienalltag so gestaltet sein, dass du nicht jedes Mal das Gefühl hast, alles bricht zusammen, sobald du ausfällst?


Das sind keine Fragen, die sich mit einem allgemeinen Selbstfürsorge-Tipp beantworten lassen. Sie sind individuell und hängen davon ab, wie deine Familie lebt, welche Unterstützung du hast, wie alt deine Kinder sind und natürlich auch davon, was du selbst brauchst.

Aber genau deshalb lohnt es sich, darüber zu sprechen.




Du darfst deine Bedürfnisse auch dann ernst nehmen, wenn jemand anderes dich braucht


Vielleicht ist das der schwierigste Teil: zu akzeptieren, dass du nicht immer gleichzeitig für alle da sein kannst.

Dein Kind darf dich brauchen. Dein Partner darf Bedürfnisse haben. Dein Familienalltag darf weiterlaufen. Und trotzdem darfst auch du sagen: Heute brauche ich Unterstützung.


Das ist keine Schwäche und auch kein Zeichen dafür, dass du deiner Verantwortung nicht gerecht wirst. Im Gegenteil: Es kann ein wichtiger Schritt sein, Verantwortung nicht ausschließlich darin zu sehen, alles selbst aufzufangen, sondern auch darin, rechtzeitig wahrzunehmen, wann du Unterstützung brauchst.


Gerade wenn du schon weißt, dass Migräne ein Teil deines Lebens ist, darfst du dir deshalb überlegen, wie du mit diesen Tagen umgehen möchtest, bevor sie wieder mitten in deinen Alltag platzen. Nicht mit einem perfekten Notfallplan, sondern mit einem Bewusstsein dafür, was dir hilft, wer dich unterstützen kann und wo deine eigenen Grenzen liegen.

Denn du musst nicht erst völlig erschöpft sein, bevor deine Bedürfnisse wichtig werden.




Mama mit Migräne bedeutet nicht, ständig funktionieren zu müssen


Vielleicht wird deine Migräne auch in Zukunft manchmal genau dann kommen, wenn du sie am wenigsten gebrauchen kannst. Du kannst nicht jeden Zeitpunkt kontrollieren und auch nicht dafür sorgen, dass dein Körper immer dann funktioniert, wenn deine Familie dich gerade braucht.

Aber du kannst lernen, dich in diesen Momenten nicht auch noch selbst dafür zu verurteilen.


Du darfst akzeptieren, dass du als Mama mit Migräne nicht jeden Tag gleich belastbar bist. Du darfst Hilfe annehmen, Pläne verändern und Bedürfnisse aussprechen. Und du darfst deinem Kind zeigen, dass ein Mensch nicht weniger wertvoll oder liebenswert ist, nur weil sein Körper manchmal eine Pause braucht.

Für mich gehört genau das zur mentalen Begleitung von Frauen mit Migräne dazu: nicht nur über die Geburt zu sprechen, sondern auch darüber, wie du deinen eigenen Platz in deinem Leben als Mama behalten kannst.

Denn die Frage „Kann ich heute funktionieren?“ sollte nicht die einzige sein, die zählt.


Manchmal darf die wichtigere Frage sein:

„Was brauche ich heute, damit es mir nicht noch schwerer fällt?“




Du bist damit nicht allein


Und vielleicht merkst du beim Lesen, dass du genau diesen Austausch manchmal vermisst. Nicht noch einen Tipp, wie du besser funktionieren kannst, sondern Frauen, die verstehen, wie es sich anfühlt, wenn Migräne mitten in Kinderwunsch, Schwangerschaft oder Familienalltag platzt.

Genau dafür gibt es im November wieder meinen Online-Frauenkreis „Migräne & Muttersein“.


Am Sonntag, 8. November 2026 von 10:00 bis 11:00 Uhr treffen wir uns online und sprechen offen über das Leben mit Migräne – über das, was uns beschäftigt, über Herausforderungen, Erfahrungen und all die Dinge, für die im normalen Alltag oft wenig Raum bleibt.


Egal, ob du gerade einen Kinderwunsch hast, schwanger bist oder bereits Mama bist: Du bist willkommen. Du kannst dich aktiv beteiligen oder einfach zuhören.

Vielleicht ist diese eine Stunde genau der Raum, den du gerade brauchst, um einmal nicht funktionieren zu müssen, sondern einfach du selbst zu sein.

👉 Hier kannst du dir deinen Platz für den Frauenkreis sichern:



Migräne & Muttersein - ein online Migräneaustausch
€5.07
8. November 2026, 10:00–11:00 UhrMicrosoft Teams
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